Iso Herquist

Der Däne mit der Ukulele

Kinderspielzeug, Anarchie und Pilsbier: eine Biografie

Geboren ist Ingmar "Insomnio" Sundfried-Otto Herquist in Svendborg. Das ist in Dänemark, und zwar auf der Insel Fynen. Aufgewachsen ist er dann unter der Aufsicht von Oma Jørgensen in Ristinge. Das ist auch in Dänemark, aber am westlichen Zipfel von Langeland. Also recht weit von moderner Zivilisation entfernt. Um nicht zu sagen: mitten in der Pampa. Ach was – Pampa ist das pralle Leben verglichen mit Ristinge, einem kleinen Fischerdörfchen, das inzwischen hauptsächlich aus Ferienhäusern besteht.

Allen Widrigkeiten zum Trotz lernte er Kontrabass. Und abgesehen von Oma Jørgensens Spontan-Migräne und Blockflöten-Unterricht: wer schon mal nachts auf einem Klapprad mit einem Kontrabass von Rudkøbing nach Tullebølle geradelt ist, der weiß, was mit »Widrigkeiten« gemeint ist. Trotzdem tingelte er schon früh mit verschiedensten Jazz-, Funk- und Grindcore-Bands durch Dänemark, bis Oma Jørgensen der Meinung war, er solle mal was Anständiges machen.

Also arbeitete er unter anderem als Fliesenleger, Art Bayer, Fischbrötchen-Schmierer, Damenwäsche-Fachverkäufer, Gummistiefel-Tester und zu guter Letzt als Smutje auf einem Charter-Segler. Und dort fand er zur Ukulele. Aber zugegebenermaßen nur deshalb, weil für etwas anderes in der Koje kein Platz war. Außerdem hat sie nur knapp 100 Kronen gekostet, da fragt man nicht lange.

Weil arbeiten aber auf Dauer eigentlich Mist ist und weil er sonst nichts zu tun hat, wandert er 2005 nach Deutschland aus, nistet sich bei seinem Bruder ein und übt »Papa Bue«-Songs auf der Ukulele. Und inzwischen hat er sich, der Ukulele und den Dänen durch zahlreiche Konzerte, Radio-Auftritte, Interviews, Veröffentlichungen und so Kram eben einen angemessenen Platz in der Frankfurter Weltgeschichte freigeschippt.

Wie es weiter geht? Wer weiß das schon. Ist eigentlich auch Wurst – solange man eine Hand breit Wasser unter dem Kiel hat. Oder einfach eine Menge Spaß dabei.